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Teil 7: Der Dunning-Kruger-Effekt ... oder warum inkompetente Menschen dazu neigen, ihre Fähigkeiten zu überschätzen

Bild von Rosy / Bad Homburg auf Pixabay
Bild von Rosy / Bad Homburg auf Pixabay

Bei Menschen mit hohen Fähigkeiten und Erfahrungen entsteht oft unbewusste Kompetenz: Sie beherrschen eine Fähigkeit so sicher und routiniert, dass sie diese automatisch ausführen, ohne aktiv darüber nachzudenken. Prozesse, die früher Aufmerksamkeit erforderten, laufen dann intuitiv, schnell und mühelos ab – ähnlich wie ein inneres „Muskelgedächtnis“ für komplexe Fähigkeiten.

 

Der Dunning‑Kruger‑Effekt beschreibt ein, dem obigen Beispiel entgegengesetztes psychologisches Phänomen, bei dem Menschen mit geringer Kompetenz in einem Bereich dazu neigen, ihre Fähigkeiten deutlich zu überschätzen. 

 

Was genau ist der Dunning‑Kruger‑Effekt?

Der Effekt wurde 1999 von den Psychologen David Dunning und Justin Kruger beschrieben und ist heute ein Klassiker in Psychologie, Coaching und Organisationsentwicklung.

 

Beide Wissenschaftler haben erforscht, dass Menschen, die wenig über ein Thema wissen, oft nicht wissen, wie viel sie nicht wissen. Ihnen fehlt also die Fähigkeit, die eigene Kompetenz realistisch einzuschätzen.

 

Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen:

 

1. Berufliche Selbstüberschätzung

Ein Mitarbeiter mit wenig Erfahrung hält sich für „fast schon Führungskraft“ oder sogar "besserer Chef" weil er die Komplexität von professioneller Personalführung unterschätzt. Es fallen oft Sätze wie: "Das kann ich auch", "So schwer kann das ja nicht sein". 

2. Fitness & Gesundheit

Ein Klient trainiert seit zwei Monaten und glaubt, er kenne „alles Wichtige“ über Ernährung und Bewegung und gibt seinem Umfeld schlaue Ratschläge oder bewertet Fernsehauftritte / Filmaufnahmen / Aussagen von Profis. 

3. Kommunikation & Konflikte

Man trifft immer wieder auf Menschen, die glauben, „sehr gute Kommunikatoren“ zu sein. Merkwürdigerweise erzeugen aber genau diese Menschen  regelmäßig Konflikte, weil ihnen die Fähigkeit zur Selbstreflexion fehlt.

4. Unternehmerische Entscheidungen

Gründer*innen überschätzen manchmal ihre Marktkenntnis oder unterschätzen Risiken – nicht aus Arroganz, sondern aus fehlender Erfahrung. Die hohe Zahl der - bereits nach kurzer Zeit - gescheiterten Existenzgründungen belegt dies. 

 

Welche Auswirkungen zieht dieses Verhalten mit sich?

  • Die Selbstreflexion wird blockiert
  • Lernprozesse werden verlangsamt
  • Fehlentscheidungen werden begünstigt
  • Beziehungen werden belastet (privat wie beruflich)

Wie kann Coaching helfen?

Coaching kann helfen, blinde Flecken sichtbar zu machen – ohne zu beschämen oder zu belehren. Coaching kann gezielt Fähigkeiten fördern wie:

  • Selbstbeobachtung
  • Perspektivwechsel
  • kritisches Denken
  • Umgang mit Unsicherheit

Das Ergebnis: Klient*innen können ein stabileres, realistischeres Selbstbild entwickeln.

 

Über den Dunning-Kruger-Effekt gibt es sehr viel Informationen im Internet, weshalb ich an dieser Stelle meine Ausführungen beende. 

 

Vielen Dank für Ihr Interesse ... und bis zum nächsten Mal.

 

Ihr

Romanus Benda