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Vorwürfe? Wünsche!

Mein letzter Eintrag handelte von Enttäuschungen bzw. davon, dass Erwartungen und Bewertungen unsere Wahrnehmung beeinflussen. In vielen Fällen sind es unwichtige oder nicht veränderbare Dinge/Eigenschaften, die uns dann dazu veranlassen, vorwurfsvoll zu reagieren.      

Wir machen anderen gegenüber Vorwürfe und teilen diese "emotionsgeladen" mit. Was passiert? Der Gesprächspartner reagiert darauf mit einem verbalen "Gegenangriff" oder ist "eingeschnappt" und zieht sich zurück.

Eine sehr wirkungsvolle Intervention habe ich einem Buch von Manfred Prior entnommen, die sogenannte "VW-Regel". Diese Regel besagt, dass man Vorwürfe in Wünsche umformuliert. Statt "Jetzt hast Du schon wieder .....", "Wie oft soll ich Dir denn noch sagen, ... ", "Immer Du mit Deinem ....." etc. können Sie auch versuchen, daraus Wünsche zu formulieren, wie zum Beispiel "Ich wünsche mir, dass Du künftig mehr darauf achtest ....", "Ich wünsche mir, dass Du mir mehr Unterstützung bei .... entgegenbringst" etc.

 

Manfred Prior schreibt dazu: "Äußerst selten werden durch Vorwürfe die Wünsche für die Zukunft klar oder gar wahr. Da lohnt sich die Überlegung, wie man das Wichtige gleich in der Beziehungs-schonenden Form von Wünschen ausdrücken kann. Auch der Umgang mit Mitarbeitern lässt sich erheblich verbessern, wenn es gelingt, statt Vorwürfe zu machen, Wünsche zu äußern". 

 

Ich wünsche mir sehr, dass auch Sie über diese VW-Regel nachdenken und sie einmal ausprobieren. Einen Versuch ist es immer wert!

 

Vielen Dank. 

 

Ihr

Romanus Benda